Schwanensee der Traum einer kleinen Ballerina

Schwanensee das traumhaft schöne Ballettmärchen von von Tschaikowsky ist uns allen ein Begriff. Jedes ballettfreudige Mädchen träumt davon eines Tages dem Zauber beizuwohnen und ein Teil dieser überwältigenden Aufführung zu sein, wenn nicht gar die Rolle der Odette selbst zu tanzen.

Kinder kulturell zu prägen ist uns als Eltern wichtig. Daher haben wir uns vergangene Weihnacht dazu entschieden unseren Kindern Zeit und kulturelle Erlebnisse zu schenken.

Die Kinderzimmer sind nach Jahren des Schenkens voll und somit bekam jeder einen oder zwei Wünsche erfüllt und ansonsten Zeit mit Mama und Papa.

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Das hat sich bei uns ausgezahlt und wir hatten selten so entspannte und fröhliche Kinder nach dem Weihnachtsfest. Zudem zahlt es sich auch im Kinderzimmer aus. Wenn Kinder weniger zum Spielen haben ( und doch mehr als genug), fühlen sie sich in der Ordnung ihres Reiches wohl. Wie solch ein Zimmer aussehen kann könnt Ihr übrigens auf dem Blog The White Marble von meinen lieben Bloggerkolleginen Insa & Sophia aus München und Hamburg lesen.

Jedoch zurück zu dem traumhaften Abend mit meiner Tochter.

Odette der berühmteste Schwan aller Zeiten

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Am Vorabend des 24. Dezembers besuchten mein Töchterchen und ich das wunderbare Ballettmärchen für die ganze Familie von Tschaikowsky im Rosengarten Mannheim, veranstaltet durch die GO-2 Convent GmbH. Ich könnte mir in unserer Region keine andere Location vorstellen, da diese einfach perfekt dazu ist Kinder in die Welt der Kultur einzuführen.

Getanzt wurde das Stück vom Prager Festspiel Ballett in einer kindgerechten, unterhaltsamen Aufführung mit Erzähler.

Ich liebe diese noch sehr ursprünglichen Aufführen, da sie ein wenig in vergangene Zeiten entführen. Schöne Bühnenbilder, klassische Tanzroben und das Stück so nah wie möglich am Original.

Schon beim Betreten des Musensaals war meine Tochter ganz andächtig. Wir nahmen unsere Plätze auf dem Balkon ein und die Vorführung konnte beginnen.

Odette, Rotbart und der Prinz Siegfried

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Der Geburtstag des Prinzen Siegfried wird in der Einleitung mit einem grossen Fest gefeiert. Doch seine Mutter ermahnt ihn, die aufgrund seiner Volljährigkeit nahenden Verpflichtungen ernst zu nehmen. Ein Ball ist in Planung und auf diesem soll sich der Prinz eine Braut aussuchen.

Siegfried sieht es nicht ein sich von seiner Mutter eine Heirat vorschreiben zu lassen und verlässt das Schloss um zur inneren Ruhe zu kommen.

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Dabei findet er sich an einem zauberhaftem See wieder, welchem im Mondschein wie in einem Traum, ein Schwanenmädchen hervor tritt. „Odette“ Die Armbrust im Anschlag möchte der Prinz sich schützend verbergen, doch der Zauber dieses Momentes lässt ihn innehalten. Odette gibt sich als Schwanenkönigin zu erkennen und erzählt Siegfried, sie sei Prinzessin Odette, die vom Zauberer Rotbart in einen Schwan verwandelt worden ist. Von diesem Zauber könne sie nur derjenige erlösen, der ihr die ewige Liebe schwört. Der Prinz ist von ihrem Liebreiz überwältigt und schwört ihr augenblicklich diese ewige Liebe. Fortan nimmt eine Tragödie ihren Lauf, der von den anderen Schwänen mit einem Tanz begleitet wird.

 

Rotbart der böse Zauberer

Odette und Siegfried verlassen den See und genießen die Freude ihrer neu gewonnenen Liebe. Dabei werden sie vom Zauberer Rotbart beobachtet. Dieser ist darüber mehr als entzürnt, steht die Prinzessin nun doch kurz davor ihren Zauber zu lösen.

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Wieder bei Hofe muss sich der Prinz nun den Erwartungen seiner Mutter stellen. Diese hat wie angekündigt aller Herren Länder geladen, damit er sich eine Gemahlin aussuchen kann. Doch findet er trotz des liebreizes mancher Damen, keinem Gefallen an ihnen. Odette ist die Frau, welche er heiraten möchte.

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Da betritt ein neuer Gast den Raum. Baron Rotbart mit seiner Tochter Odile, auf welche dieser einen Zauber gelegt hat. Sie erscheint im Tanzsaal als Odette verkleidet, allerdings in einer schwarzen Robe. Aufgrund ihrer liebenswürdigen Art und dem meisterhaften Tanzen, welches völlig dem der echten Odette gleicht, verfällt Siegfried Ihrem Charm und hält um ihre Hand an.

Daraufhin verlassen Odile und der vom Erfolg gekrönte Rotbart den Festsaal.

Doch der Irrtum wird Siegfried schnell bewusst, als in der Ferne die echte Schwanenprinzessin erscheint.

Voller Verzweiflung begibt sich der Betrogene an den See in der Hoffnung dem Irrtum entkommen zu können.

Dort wartet auch schon seine Geliebte, welche er um Verzeihung bittet. Diese vergibt ihm, doch bevor sie fliehen können erscheint Rotbart und stellt sich ihnen in den Weg.

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Es beginnt ein Kampf mit dem Zauberer der aussichtslos erscheinen mag, doch Odette überreicht Ihrem Siegfried die Armbrust, mit der dem Zauberer durch die Hand des Prinzen nun ein Ende bereitet wird.

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Durch den Tod des Rotbart lösen sich alle seine bösen Zauber und somit ist Odette frei. Sie ist nun wieder ein Mensch und somit die zukünftige Gemahlin des Prinzen.

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Ende gut alles gut?

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In dieser Familienaufführung war tatsächlich das glückliche Ende der Grund des tobenden Aplauses. Der ganze Raum jubelte und meine Tochter wäre am Liebsten sofort in die nächste Vorstellung.

 

Denoch möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass es verschiedene Fassungen dieser Tanzaufführung gibt.

 

Der Prinz wird von Rotbart in die Fluten gestürzt. Odette möchte Siegfried retten und beide Liebenden ertrinken oder aber in der Inszenierung stirbt einer der beiden Liebenden. Jede Inszenierung hat ihren Reiz , jedoch bietet sich für eine Aufführung mit Kindern sich selbstverständlich das Happy End an.

Kultur erleben mit Kindern ein Highlight

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Wie Ihr seht, ist es möglich schon mit kleineren Kindern das Theater zu besuchen.

Ich persönlich empfehle gerade im Grundschulalter diese schön inszenierten Familienvorstellungen.

Nicht jedes Kind kann trotz Pause mehrere Stunden sitzen bleiben, und so können alle aus der Familie die Aufführung genießen.

Für uns persönlich wurde eine Tür zu Neuem geöffnet. Meine Tochter ist total verliebt in das Theaterflair und löchert mich schon, wann wir die nächste Aufführung besuchen oder aber andere kulturelle Erfahrungen sammeln.

Mehr dazu demnächst.

The End

*Die Bilder der Aufführung wurden von mir persönlich erstellt und dürfen Dank freundlicher Genehmigung von der GO-2 Convent GmbH verwendet werden

Bienvenue à Wissembourg

Herbstferien, Sonne, Lust auf Frankreich.

Mit diesem Gefühl sind meine Kinder und ich an diesem wunderbaren Herbsttag aufgewacht und da das schöne Frankreich von unserer Garage bis zur Grenze nur gute 50 Minuten entfernt ist, stiegen wir ins Auto und fuhren los.

Schon der Weg durch die Deutsche Toskana, wie die Pfalz gerne genannt wird, ließ die Herzen meiner Kinder und das meine einen ruhigeren und doch begeisterten Takt schlagen. Wunderschöne Herbstfarben zierten die Bäume und Weinberge und auf der ersten Anhöhe konnten wir einen traumhaften Blick bis in die französischen Vogesen genießen. Das schöne Wörtchen „Vogesen“ auf einem Straßenschild an der Grenze hat dann sein übriges getan. Wir passierten am deutschen Weintor, welches ich in einem anderen Bericht genauer vorstellen möchte, die Grenze und schon waren wir da, im schönen Wissembourg.

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Wissembourg

Wissembourg (dt.Weißenburg) im Norden Frankreichs, ist eine trotz vieler Kriege gut erhaltene Stadt mit mittelalterlichem Stadtkern. Dieser traumhafte Ort mit seinen verwunschenen Gassen, wunderschönen alten Fachwerkhäusern, der Abteikirche St.Peter und Paul, dem 1450 erbauten Salzhaus, einem ehemaligen Hospital, und dem schönen Rathaus, lädt geradezu dazu ein, sich in andere Zeiten zu träumen. Perfekt, um mit kleinen Kindern die Vergangenheit und Ihre Geschichte zu  erkunden.

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Die Benediktinerabtei

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Alles begann im 7.Jahrhundert mit der Gründung einer Benediktinerabtei, welche zuvor ein Kloster war. Weißenburg war von 1306 bis 1697 eine freie Reichsstadt  welche zum 1354 gegründeten Zehnstädtebund elsässischer Reichsstädte gehörte.  Dieser Dekapolis (franz. Décapole) unterlag dem Bündnis, sich gegenseitig bei der Verteidigung ihrer Rechte und Freiheiten zu unterstützen.

Ein kluger Plan, nicht wahr?! So waren die Städte augenscheinlich  den Angriffen von Außen gewappnet. Und doch, konnte dieses Bündnis trotz aller Vorkehrungen die Stadt nicht in dem Maß wie gedacht schützen.

Im Jahr 1440, begann der Bürger Eikhart Artzt die Geschichte seiner Heimat Weißenburg in einer Chronik festzuhalten. Wenn dieser damals gewusst hätte, welchen Dienst er der Stadt über Jahrhunderte leistet.

Die Geschichte um Wissenbourg – Spannung pur

20171009_145503(0)In den folgenden Jahrhunderten spielten sich aufregende Geschichten rund um Wissembourg ab.

Eine tragische Geschichte zwischen 1480 und 1503 beschäftigte ganz Wissembourg, den Kurfürsten von der Pfalz, Philip den Aufrichtigen, den römisch-deutschen König und späteren Kaiser Maximilian I und sogar die damaligen Päpste Innozenz VIII und  Alexander VI. Denn diese endete mit der Überflutung von Wissembourg und verursachte katastrophale wirtschaftliche Schäden.

Auslöser war ein Streit zwischen Hans von Throta, dem Burgherren des nahen Bergwartstein, und dem Kloster von Wissembourg. Dieser Burgherr staute in Folge der Auseinandersetzung  das ganze Wasser der Lauder an, um daraufhin den entstandenen Stausee ohne Vorwarnung über die Stadt zu ergießen. Kaum vorstellbar, was damals in den armen Bürgern vorgegangen sein musste.

Von einem Feind, der sich in diesem Maße rächt, ließ sich die Stadt jedoch nicht in die Knie zwingen und so erholte sich Wissembourg in den nächsten Jahrzehnten. Zumal es sich dieser Burgherr mit dem Borgia Papst in Italien  verscherzte und somit andere Sorgen hatte.

Dunkle Zeiten bringen düstere Kriege

Doch dies blieb nicht lange so. Die folgenden Jahrhunderte waren immer wieder aufs Neue von dunklen Zeiten geprägt.

Ein Bauernaufstand, der dreissigjährige Krieg und der Durchmarsch verschiedener Armeen prägen die Stadt bis ins Jahr 1945.

Nach den Bauernkriegen (1525) bekennt sich Wissembourg zur Reformation (1534), welche durch Heinrich Motherer  und Martin Brucer eingeführt wurde, und erlebt  im 16. Jahrhundert bis zum dreissigjährigen Krieg einen gewissen Wohlstand, welcher sich vor allem auf dem Handel mit Weingütern, Kastanien und Leinen  aufbaut.

 

 

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Aber dies sollte nicht lange so bleiben, denn die im Jahre 1525 von der Kurpfalz und Kurtrier unterworfene Reichsstadt wurde im Zuge des westfälischen Friedens 1648  von Frankreich gewaltsam in seinen Besitz eingenommen und gehörte damit ab 1680 gemeinsam mit dem Elsass zu Frankreich.

Die Strategie der verbrannten Erde

Doch der tiefste Schlag sollte noch folgen. Im Jahr 1677 wurde dreiviertel der Stadt auf Befehl von Ludwig des XIV. , bekannt als der Sonnenkönig, zerstört. Das Rathaus, die Mühlen und 70 Wohnhäuser fielen den Flammen zum Opfer. Ein herber Schlag für die freie Reichsstadt.

Erst im Jahr 1741 hat der damalige Bürgermeister J.P.H. Mulberger nach Plänen von Joseph Massol ein neues Rathaus in Auftrag gegeben, das bis heute steht.

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In den folgenden Jahrhunderten wechselte die Stadt regelmäßig in der Folge von Kriegen die Zugehörigkeit der Länder Deutschland und Frankreich.

Mit einem Sieg der preussischen Truppen im Jahr 1870 gehörte die schöne mittelalterliche Stadt zu Deutschland. Seit 1945 gehört sie nun  endgültig zum Elsass und somit zu Frankreich.

Wissembourg  in der Gegenwart

Noch heute hat man beim Durchschreiten der Altstadt das Gefühl, ein Teil der Vergangenheit zu sein und dies war gewiss nicht unser letzter Besuch dieser wunderschönen Stadt.

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Au revoir Wissembourg  ♥♥♥  Wir kommen bald wieder

 

 

 

Durch die Vergangenheit der Königshäuser Europas

Herbstzeit ist Teatime Zeit.

Bald ist es draussen wieder stürmisch und ungemütlich.Die schöne Zeit im Freien neigt sich dem Ende zu und viele Aktivitäten spielen sich wieder in den heimischen vier Wänden ab.Dies hat vor zwei Jahren schon dazu geführt, dass wir sobald es draussen herbstlich wird,die tägliche Teatime eingeführt haben.Regelmäßig am Nachmittag in den Herbst und Wintermonaten kocht bei uns der Teekessel und die Tassen werden gefüllt. Eine heimische und warme Atmosphäre hat sich dabei eingeschlichen und je länger wir diese Zeit zelebrieren umso mehr widmen wir uns der Geschichte Europas.

Wer ist König Leopold I ?

Diese Frage beschäftigt uns seit unseren Familienurlauben in De Panne,einem kleinen Küstenort in Belgien an der französischen Grenze.

Von unserer Ferienwohnung aus sehen wir  ein großes Monument, dass oftmals auch zum Spielen einlädt, da es mit wundervollen Treppen geziert ist. Direkt am Strand thront in seiner epischen Pracht diese Statur und regt früher oder später zum Nachdenken und Nachforschen an.

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Königreich Belgien

Belgien ist ein Staat in Westeuropa.Es grenzt an die Niederlande, Frankreich, Luxemburg und Deutschland. Aufgrund meiner Liebe zum Meer sind wir eher durch Zufall auf dieses schöne Land gestoßen.Schnell musste es gehen, da eine lange Reise mit mehreren Kleinkindern doch recht anstrengend werden kann.Ausserdem überschnitten sich in diesem Jahr die Ferien mit der Urlaubzeit meines Mannes nur um ein paar Tage und so sollte unser Reiseziel relativ unkompliziert zu erreichen sein.Durch Google fanden wir letztendlich die Lösung und so sind wir in „De Panne“ gestrandet.

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„An diesem traumhaften Strand betrat Leopold I das erste Mal seine zukünftige Heimat.

Ob er dabei auch solch einen wunderbaren Sonnenuntergang bestaunen konnte?“

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Belgien war nicht immer eine föderale konstitutionelle Erbmonarchie.Erst im 19. Jahrhundert kam mehr durch Zufall als durch Planung ein König an die Macht und dieser erste Monarch war Leopold I (1790-1865) .

Ursprünglich war geplant, dass er Königsgemahl in England wurde. Da aber seine Frau Charlotte-Augusta (1796-1817) früh verstarb musste der Prinz aus dem deutschen Adelshaus zu Sachsen-Coburg und Gotha andere Wege einschlagen und diese werde ich in den nächsten Monaten genauer beschreiben.

Zudem folgen interessante Erzählungen wie er doch noch Einfluss am englischen Königshof fand und seine Nichte Victoria zur einer der größten Herrscherinnen aller Zeiten machte.

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Lasst Euch entführen in eine spannende Reise durch Europas Adelshäuser und genießt dabei vielleicht sogar „a cup of tea mit belgischen Waffeln“

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