Ein Interview mit Sophie Oliver, der Autorin von „Die Gentlemen vom Sebastian Club“

(Anzeige) London, 1895: Eine Mordserie erschüttert die Stadt. Die Opfer gehören verschiedenen Gesellschaftsschichten an und werden scheinbar zufällig ausgewählt. So zufällig, dass die Metropolitan Police nicht an einen Einzeltäter glaubt. 

Ein Fall für die Ermittler des Sebastian Club, eines vornehmen Londoner Herrenclubs, der sich zum Ziel gesetzt hat, Verbrechen aufzuklären, an denen Scotland Yard scheitert. Die Gentlemen entdecken ein Muster hinter den Gräueltaten: Um an ein wertvolles Juwel zu gelangen, setzt der Täter mittelalterliche Foltermethoden ein.

Für die Detektive ist die Sache klar: Der Mörder muss schnellstens zur Strecke gebracht werden. Um jeden Preis. Auch mit Hilfe einer schlauen jungen Frau, die sich als Mann verkleidet, um ermitteln zu dürfen.  ( Klappentext)

Sophie Oliver

Heute darf ich Euch die Autorin Sophie Oliver vorzustellen. Ihr  Buch

„Die Gentlemen vom Sebastian Club“,

ein viktorianischer Krimi, ist am 05.03.2018 und am 09.03.2018 als Taschenbuch beim Dryas Verlag erschienen.

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Die Idee zu dem Buch entstand in London, bei einem Spaziergang auf der Pall Mall in St. James, vorbei an den Türen der prestigeträchtigsten Herrenclubs, die es bereits in viktorianischer Zeit gab. Für die geschichtsinteressierte Autorin war es ein großes Vergnügen, in längst vergangene Zeiten einzutauchen und ein Ermittlerteam ins Leben zu rufen, das trotz seiner schlauen Gentlemen nicht auf die Hilfe einer intelligenten jungen Frau verzichten kann.

⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀Liebe

Liebe Sophie,

Sie schrieben seit Ihrer frühsten Kindheit. Was oder wer hat Sie geprägt?

Ich komme aus einer sehr kreativen Familie, daher wurden meine Neigungen was Schreiben, Musizieren und Malen angeht immer gefördert. Dafür bin ich meinen Eltern sehr dankbar. Mein Vater erzählte mir jeden Abend vor dem Einschlafen wundervolle Gute-Nacht-Geschichten, daran erinnere ich mich heute noch gerne. Seit ich lesen kann, bin ich ein Bücherwurm und denke mir gerne Geschichten aus.

Ihr neuer Roman spielt im viktorianischen England. Sie beschreiben London sehr ausführlich und man bekommt das Gefühl, trotz des Zeitsprungs vor Ort zu sein. Wie ist Ihre Beziehung zu Großbritannien und London und wie haben sie es geschafft, die Stadt bis ins kleinste Detail zu beschrieben? Da war sicher viel Recherche nötig.

Ja, ich habe wirklich viel für die Gentlemen recherchiert, weil ich die Zeit so authentisch wie möglich vermitteln wollte. Das hat mir großen Spaß gemacht, ich recherchiere sehr gerne. Da ich in London gelebt und gearbeitet habe und mehrmals im Jahr meine Freunde besuche, fühle ich mich dort immer noch ein wenig zuhause. Ich mag die englische Sprache, die britische Kultur mit all ihren Besonderheiten und auch die Geschichte fasziniert mich. Daher war es für mich eine wahre Freude, all meinen Vorlieben nachgeben zu dürfen, als ich die Gentlemen schrieb.

Hätte sie gern zur viktorianischen Zeit gelebt? Was fasziniert sie an dieser Epoche?

Ich betrachte es als Glück, als Frau in der heutigen Zeit geboren zu sein, damals hätte ich wohl nicht viel Spaß gehabt. Die Rolle der Frau im viktorianischen Zeitalter wäre für mich völlig inakzeptabel gewesen. Daher habe ich Freddie als unangepasster und wissbegieriger Frau eine Stimme im Roman gegeben, weil mir ein rein männlicher Ermittlerkreis mit lediglich schmückendem weiblichen Beiwerk nicht gefallen hätte. Die Klassenunterschiede im viktorianischen England waren noch krasser als heute, es gab unglaubliche Armut neben den Privilegien der Upper Class, soziale Ungerechtigkeit, den Adel, der unantastbar über allem stand und natürlich kaum Möglichkeiten für Frauen, sich zu verwirklichen. Ich könnte mir vorstellen, ein, zwei Wochen Urlaub im viktorianischen England zu machen, das wäre klasse, aber leben würde ich dort nicht wollen.

Wir leben in einer Zeit, in der viele Kriminalfälle schneller durch die DNA-Technik aufgeklärt werden. Ist es spannender, den Plot eines Krimi in eine Zeit zu legen, in der es noch keine DNA-Beweise gab?

Sehr spannend! Als moderner Mensch der gerne Krimis sieht/liest/hört, kennt man viele der aktuellen Ermittlungsmethoden, besonders was die Forensik betrifft. Die steckte ja im viktorianischen Zeitalter noch in den Kinderschuhen, aber es gab auch damals schon schlaue Köpfe, die sich damit befassen. In meinem Buch ist Doktor Pebsworth der Spezialist fürs Unappetitliche, wenn er die Mordopfer untersucht und daraus seine Schlüsse zieht.

Die Protagonistin ist weiblich. Obwohl sie sich als Mann verkleidet, schafft sie es stets, sich als Frau treu zu bleiben. Wie kamen sie auf die herrliche Idee, dass eine Frau in die Rolle eines Mannes schlüpft und dazu noch in einem strengen Club wie dem Sebastian Club?

Die altlondoner Herrenclubs machen mich neugierig, gleichzeitig ist es für mich nicht nachvollziehbar, weshalb Frauen keinen Zutritt haben sollen. Daher wollte ich wenigstens in meinem Buch das System ein wenig aushebeln, indem Freddie nicht nur eine Frau ist, sondern gleichzeitig Ermittlerin und für den Sebastian Club tätig. Dafür muss sie sich verkleiden, das ist ihre einzige Möglichkeit, um bei den Jungs mitspielen zu dürfen. Für sie ist das Neuland, aber sie wächst schnell in ihre Rolle hinein und macht ihre Sache gut.

Ohne zu viel zu verraten. Wie sind Sie auf die Geschichte der Daumenschraube gekommen, ganz schön gruselig der Gedanke?

Es sollte ein Element sein, dass die Morde verbindet und gleichzeitig etwas, das ein wenig besonders ist. Interessanterweise gibt es auch bei Daumenschrauben verschiedene Modelle und Ausfertigungen, das war mir vorab nicht bewußt.

Lesen sie als Autorin selbst auch gerne Krimis?

Oh ja, wahnsinnig gerne! Ich bin ein großer Agatha Christie Fan, mag natürlich Sherlock Holmes sehr und höre auch gerne Kriminalhörspiele, von Dorothy L. Sayers „Lord Peter Wimsey“ bis zu Francis Durbridges „Paul Temple“. Das sind ziemlich klassische und nostalgische Krimis, die finde ich herrlich. Von den modernen mag ich am liebsten die „Agent Pendergast“ Reihe von Douglas Preston und Lincoln Child.

Haben Sie schon ein neues Projekt in Planung?

Als nächstes Buch von mir erscheint bei Bastei der Frauenroman „Das Erbe von Gullrock Hall“ im Rahmen der Familiengeheimnis-Reihe. Auch da durfte ich meiner Vorliebe für Historisches nachgehen. Und nächstes Jahr wird es einen zweiten Teil der Gentlemen vom Sebastian Club geben – darauf freue ich mich ganz besonders.

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit zum Beantworten der Fragen genommen haben.

Ich sage herzlichen Dank für die Möglichkeit, mein Buch hier vorstellen zu dürfen. Es hat Spaß gemacht, die Fragen zu beantworten. Ich lese Ihren Blog immer sehr gerne und freue mich über den Artikel.

Ich habe das Buch bereits gelesen und kann es absolut empfehlen. Gerade über Ostern dürften viele Zeit zum Lesen finden. entspannt, bei einer Tasse Tee oder einem Glas Whiskey ähnlich wie in einem Gentlemenclub der damaligen Zeit, dürfte die Erholung garantiert sein.

Das Buch ist in jeder größeren Buchhandlung zu kaufen( oder in kleineren Handlungen zu bestellen). Da mir das Buch im Zuge der Arbeit zu diesem Artikel zur Verfügung gestellt wurde, kennzeichne ich diesen Beitrag mit Anzeige

 

 

Ein Kommentar zu „Ein Interview mit Sophie Oliver, der Autorin von „Die Gentlemen vom Sebastian Club“

  1. Vielen Dank liebe Daniela für das interessante Interview mit Sophie Oliver.
    Als Fan englischer Krimis freue ich mich natürlich über eine solche Buchempfehlung/ Buchbesprechung.
    Sicherlich kann mir meine Lieblingsbuchhandlung das Buch noch rechtzeitig zur Osterreise beschaffen.

    Liebe Grüße- Wienlady

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