Auf dem Ball im Mannheimer Schloss

Am 06.Januar 2018 veranstaltete das Barockschloss Mannheim für Kinder einen ganz besonderen Event ein.

„Komm mit Aschenputtel auf den Maskenball“

Welches kleine Mädchen träumt nicht davon wie eine Prinzessin aus vergangenen Zeiten in einem Ballsaal samt edler Robe tanzen zu dürfen.

www.classicgratefulmom.bog by Daniela Dorrhauer

Das Mannheimer Schloss macht diese Träume war und meine Tochter feierte dieses Fest samt ihrer liebsten Freundinnen.

„Ankunft im Schloss“

Begrüßt wurden wir von einer herzlichen Dame (die leider nicht namentlich erwähnt werden möchte, hier aber von mir dennoch ein großes Lob erhält) und in einen Saal im Schloss geführt. Dort war schon alles für die erste Etappe bereitet. Nach einer kurzen Einführung in die Schlossgeschichte, auf die ich noch näher eingehen werde, durften die Kinder ihre eigene Maske mit funkelnden Steinen und Federn basteln. Ganz im Stil, wie es früher üblich war.

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Danach ging es in einen separaten Bereich im Schloss, den übrigens nicht jeder betreten darf. Sehr geheimnisvoll!

In diesem Bereich befinden sich die kostbarsten Roben ganz im Stil des 18. Jahrhunderts zu Kurfürsten-Zeiten.

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Wir erfuhren einiges über die damalige Mode und wurden ein wenig in die Bräuche des Adels eingeführt.

Damals war es üblich, dass die Frisuren bis zu einem Meter hoch getürmt wurden und die Taille der Frauen mit einem Mieder auf einen Umfang von maximal 50 cm gebunden wurde. Kein Wunder also, dass die Damen damals regelmässig in Ohnmacht fielen und immer ein Riechdöschen bei sich hatten.

Aber auch die Männer hatten damals ganz andere Vorlieben. Perücken, lange Jacken und Blümchenschuhe mit Absatz. Dies ist heute undenkbar.

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Besonders angetan hatte es uns der Kleiderschrank des Schlosses. Eine Robe schöner als die andere.

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Traumhafter Kleiderschrank, nicht wahr?!

Bevor wir jedoch zum Fest übergehen, möchte ich Euch kurz die Geschichte des Mannheimer Schlosses erzählen. Über das Kleid werde ich die nächsten Tage einen ausführlichen Artikel schreiben, da es so wunderbar, wie es war, einen eigenen Bericht verdient hat.

Barockschloss Mannheim: eine traumhaft schöne kurfürstliche Residenz

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Im Ehrenhof vor dem Schloss

Ursprünglich geht das Schloss Mannheim auf die 1606 von Kurfürst Friedrich IV. gegründete Festung „Friedrichsburg“ zurück. Diese wurde jedoch im pfälzischen Erbfolgekrieg wie so vieles hier zerstört. Kurfürst Carl Philipp war es dann, der um 1720 den Grundstein zu einem neuen Schloss legte, welches fortan die Stadt Mannheim prägen sollte. Zuvor hatte dieser einen Streit mit den Reformierten wegen der Benutzung der Heiliggeistkirche in Heidelberg. Aus Sicht der katholischen Kurfürsten ein Ding der Unmöglichkeit, weswegen er 1720 mit seinem Hofstaat nach Mannheim umsiedelte und diese zur Residenz erhob. Die französischen Architekten Louis Remy de la Fosse, Clemens Froimon und Guillaume d’Hauberat unterstützten sein Vorhaben und planten mit ihm diese prächtige Residenz. Durch die gute Planung und Zielstrebigkeit konnten schon 1731 die ersten Räume im westlichen Corps de Logis, dem Schlossmittelbau bezogen werden. Der Mainzer Baumeister Johann Kaspar Herwarthel übernahm im Juli 1720 die Bauleitung im selben Zuge wie die Grundsteinlegung.

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Der Kurfürst

Unter dem Kurfürsten Carl Theodor wurde die Schlossanlage weiter ausgebaut. Innerhalb des Schlosses war der Stil nun schon sehr stark vom Rokoko und beginnenden Klassizismus geprägt. Dennoch behielt er äußerlich den Stil des Barocks bei. Er förderte die Kunst und Wissenschaft und entwickelte sich dabei zum allseits gepriesenen Musenhof.

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Der Rittersaal. Hier darf getanzt werden

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Was dieser Spiegel uns wohl berichten würde, wenn er könnte?

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Stephanie von Baden

Nachdem Kurfürst Carl Theodor im Jahre 1777 das Kurfürstentum Bayern geerbt hatte, zog es ihn mit seinem ganzen Hofstaat nach München. Die finanzielle Unterstützung wurde fast um die Hälfte gekürzt und 17 Jahre nach dem Umzug des Kurfürsten brannte, durch die französische Besatzung und dem daraus resultierenden Beschuss der preußisch-österreichischen Artillerie, die Hofoper ab. Zur damaligen Zeit war diese eines der größten und schönsten Opernhäuser Europas. Drei Jahre nach dem Tod von Karl Theodor (1799) ging das Schloss in badischen Besitz über.

Stephanie von Baden gab dem Schloss einen neuen Glanz, als die Witwe von 1819 bis 1860 dort verweilte und das ehemalige kurfürstliche Appartement im damals modernen Empire-Stil einrichtete. Zuvor schon verweilte das Erbgroßherzogspaar Carl von Baden und Stéphanie de Beauharnais von 1806 bis 1811 dort. Ihr Mann verstarb jedoch im Dezember 1818. (Übrigens sagte man ihnen lange Zeit nach, dass sie die Eltern von Casper Hauser seien. Dazu aber mehr in einem anderen Artikel dieses Jahr.)

Zurück zum Schloss… Dank Stefanie und ihren privaten Gesellschaften erstrahlte Mannheim im neuen Glanz. Bis sie im Jahre 1860 verstarb.

Die Zukunft und Gegenwart

Da das Schloss nun unbewohnt war, eröffnete im Jahr 1926 ein Schloßmuseum. Im zweiten Weltkrieg wurde es fast vollständig zerstört, und es dauerte gut 60 Jahre bis das ursprüngliche Mansardendach des Mittelbaus, einige Raumensembles und der Ehrenhof im Jahr 2007 wiederhergestellt waren.

Um 1960 wurden einige Räume rekonstruiert. Dazu zählen der Rittersaal, das schöne Treppenhaus und der Trabantensaal. Die Deckenbilder wurden von Carolus Vocke nach historischen Fotografien nach gemalt.

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Ein Teil des traumhaften Treppenhauses

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Dinieren bei Hofe
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Wandteppich im Mannheimer Schloss

Das restliche Schloss dient heute der weltbekannten Universität in Mannheim. Dort zu finden sind u.a. Vorlesungssäle und Seminarräume, aber auch die Universitätsbibliotek und die Universitätsverwaltung.

Das Schlossmuseum im Erdgeschoss zeigt Wandteppiche, Möbel und andere Kunstgegenstände aus kurpfälzischer und badischer Zeit.

Was vom Zauber übrig blieb

Nun könnte man sich also fragen, was vom Zauber übrig blieb.

Eine Menge!!

Meine Tochter, ihre Freundinnen und auch die Erwachsenen welche dieser Veranstaltung beiwohnten, durften den Zauber der Vergangenheit erleben. Zuerst im Thronsaal, als man den Prinzessinnen freudig beibrachte, wie sich bei Hofe zu benehmen haben und wie damals getanzt wurde.

Danach ging es in den Rittersaal und beim gemeinsamen Menuett-Tanzen zog nochmals der Geist vergangener Epochen in diese wunderschönen Räume ein.

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Man spürte fast förmlich, wie der Kurfürst, dem Feiern sehr wichtig war und der seinem ganzen Hofstaat erlaubte, den Bällen in von ihm geliehenen Kostümen beizuwohnen, unseren Kindern zujubelte.

Und wer weiß? Vielleicht werden einige dieser jungen Ballbesucher in der Universität Mannheim studieren.

The End

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