Sankt Martin

 

In diesen Tagen feiern viele Kinder das berühmte Sankt Martinsfest welches  kalendarisch am 11.November stattfindet. Laternen wurden die letzten Wochen gebastelt, Martinsgänse besorgt, die im Kreise der Familie verspeist werden und manche von ihnen gehen singend von Haus zu Haus, um eine gute Gabe nach einem gesungenen Lied geschenkt zu bekommen. Auch wird gerne ein großes Feuer angezündet, an dem sich alle Menschen mit Ihren Laternen wärmen. Dabei wird die Legende um den heiligen Martin als Schauspiel vorgeführt.

 

Doch wer war dieser Heilige Sankt Martin?

Ich erzähle es in einer selbst geschriebenen Geschichte, welche auf der Legende eben jenen Mannes beruht.

 

Der heilige Sankt Martin

Es war in einer eiskalten Winternacht. Die meisten Menschen schliefen schon in ihren Betten und zogen dankbar Ihre Decke über ihren ausgekühlten Leib. 339 nach Christi Geburt gab es noch keine Heizung und viele Menschen hatten nur in einem Raum ihre Feuerstelle, die wenigstens ein wenig Wärme abgab. Kaum vorstellbar, dass es draussen noch jemanden gab der viel mehr fror.

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Quelle Pixabay

 

Hubertus zog verzweifelt um die Häuser, in der Hoffnung, ein wenig Wärme zu erhalten. Sei es in Form einer warmen Suppe oder einer Decke. Vielleicht hätte sogar jemand Erbarmen mit ihm und wäre bereit, ihm eine kleine Schlafstelle an zu bieten. Wenn sie überhaupt ihre Haustüre für ihn öffneten. Doch keiner der Stadtbewohner nahm von ihm Kenntnis. Viele schickten ihn weg oder wollten ihn gar aus der Stadt vertreiben.

So zog er in seiner Verzweiflung unter das Dach an der Stadtmauer. Die Südwestlage bot ihm ein wenig Ruhe vor dem tobenden Schneesturm und er hoffte, nicht zu erfrieren.

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Quelle Pixabay

Zur selben Zeit war ein Mann namens Martin auf dem Weg zur Stadt. Sein Vater war römischer Offizier. Durch ihn hatte er früh gelernt  den Widrigkeiten des Lebens zu trotzen. Als Soldat war er, mit seinen 22 Jahren, Wind und Wetter gewohnt. Doch dieser Sturm hatte es in sich. Er wollte schleunigst die Stadt erreichen, zumal er sich um seine Burschen sorgte, die nicht so widerstandsfähig waren wie er.

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Hubertus sah von Weitem kleine Lichter. Er war kurz davor wegzurennen. Denn meistens lief es darauf hinaus, dass er verjagt wurde. Einreisenden der Stadt sollte nicht dieser erbärmliche Eindruck geliefert werden, den er als Bettler machte. Kurz kam ihm der Gedanke, dass er vielleicht in den Kerker geworfen werden würde. Es wäre ihm sogar Recht gewesen, da er dort wenigstens nicht erfrieren würde. Aber zum Weglaufen war er zu müde und zum Protest, der eine Einkerkerung mit sich bringen würde, auch. So blieb er stehen schloss die Augen und wartete…

„Guter Mann kann ich ihnen behilflich sein?“

Hubertus spürte eine Hand auf seiner Schulter. Er erschrak, denn er konnte unmöglich gemeint sein. ´Guter Mann´, dass musste er träumen.

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Doch als er die Augen öffnete, sah er in zwei gütige andere Augen. Voller Wärme sah ihn ein Soldat an und wiederholte seine Frage. Hubertus stammelte, dass alles ok sei, dann wurde ihm schummrig.

Der Soldat sprach ein paar Worte mit seinen Burschen, ob einer von Ihnen Geld habe, da er alles an die armen Bauern gegeben hat um ihnen das Bezahlen Ihrer Schulden zu ermöglichen.

Ja, ich träume. Anders konnte sich der Bettler die ihm geschenkte Aufmerksamkeit nicht erklären.

Dann sah er wie ein Schwert gezogen wurde. Wusste er es doch, er war im Weg und nun folgte das wovor er sich immer fürchtete.

Doch was machte der Soldat da?! Er durchtrennte mit einer präzisen Genauigkeit seinen Mantel in der Mitte. Dann ging er auf Hubertus zu, legte ihm den Mantel um die Schulter und zog ihn wärmend fest.

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„Du brauchst Dich nicht zu fürchten. Dieser Mantel hat mich doch den weiten Weg gewärmt. Ich bin dank ihm nicht erfroren und in vielen Nächten bot er mir Schutz. Nun gehört Dir die eine Hälfte, denn er ist groß genug für uns beide.“

Der Bettler wußte nicht wie ihm geschah, er wollte sich nieder knien und diesem Mann danken. Er musste ein Gesandter Gottes sein. Doch auch jetzt schritt der Soldat ein. Er zeigte ihm mit einer Geste, dass dies nicht nötig sei.

„Guter Mann, stehen sie auf. Sie müssen sich nicht vor mir verbeugen oder demütigen. Gedemütigt wurden sie schon lange genug. Gott möge Sie segnen.“

Dann stieg der Fremde auf sein Pferd und als er schon losreiten wollte, seine eine Hand am Zügel, die andere nun an der zweiten Hälfte seines Mantels, die ihn noch wärmte, rief Hubertus ihm hinterher.

„Gott segne Sie, die Welt hat wenig Gutes gesehen. Sie müssen ein Gesandter Gottes sein.“

Ein neuer Bischof

Es sprach sich  herum, dass der Bischof sehr krank war. Trotz des frühen Frühlings, hatte sich seine Gesundheit nicht verbessert und er verstarb am Tag zuvor.

Hubertus saß nun auf einer Wiese. Unter ihm der wärmende Mantel des Soldat Martin. Er hatte in der Zeit danach diesen wunderbaren Menschen auf dem Markt noch ein paarmal zu Gesicht bekommen und erzählte nun freudig jedem von seiner Begegnung. Sogar ein wenig Respekt brachte man ihm nun entgegen und er konnte durch kleine Hilfsarbeiten Geld verdienen.

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Martin, der vielen Menschen hilfsbereit zu Seite stand, sollte nun Bischof werden. Dieser hatte diese Nacht auch nie vergessen. Bei einer ihrer Treffen erzählte ihm Martin, dass er von Hubertus  träumte und ihm Jesus in seinem Traum begegnete. Er nahm danach den christlichen Glauben an. Doch Martin war seit der vergangenen Nacht verschwunden.

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Es dämmerte schon und die Menschen suchten verzweifelt nach Martin. Langsam zündete einer nach dem anderen Laternen an und die Suche ging weiter.

 

Spät in der Nacht schnatterte es gewaltig aus dem Stall des Hufschmids. Die Kinder waren die ersten im Stall und als schon jemand ihnen verbieten wollte, dass sie mit Feuer im Stall verweilten, sahen sie ihn. Martin, den Gesuchten.

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Erleichtert wurde er von der jubelnden Menge nach draussen geführt. Doch er bat um Aufmerksamkeit

 

„Liebe Bürger der Stadt Tours, ich bin es nicht würdig Euer Bischof zu sein. Ich habe Fehler gemacht in meinem Leben. Sehr viele. Sucht Euch einen anderen aus, der diese Stellung verdient hat“

Dies war also der Grund. Er hatte sich nur aus Bescheidenheit versteckt.

Die Bürger überzeugten ihn jedoch in den Stunden darauf, dass sie nur ihn als Bischof akzeptieren und da seine Verantwortung größer als seine Zurückhaltung war, willigte er schließlich ein.

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Die Bürger feierten vor Freude ein Fest, mit Gänsen und vielen, vielen Laternen.

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Martin lebte noch Jahre bis ins Jahr 397.

Seit diesem Tag feiert die christliche Welt nun Sankt Martin.

Ein Mann, ein Heiliger, der die Welt veränderte und für immer ein wenig Licht in diese brachte.

(So oder so ähnlich dürfte die Legende stattgefunden haben)

Ich wünsche euch einen schönes Sankt Martins Fest

Eure M. Daniela

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Diese Laterne hat mein kleiner Sohn gebastelt und ist ganz stolz darauf

 

 

 

 

 

 

 

4 Kommentare zu „Sankt Martin

  1. Liebe Elisabeth,
    es freut mich, dass Dir die Geschichte gefallen hat.
    Schade, dass sich bei euch dieses Fest verändert hat. Vielleicht fehlen oft auch einfach Gegenstimmen, die darauf beharren, dass die Traditionen bleiben.
    Traditionen sind so wichtig.
    Herzliche Grüße Daniela

  2. Liebe Wienlady,
    er hat sich sehr über Dein Kompliment gefreut. Genau wie seine Mama
    Herzliche Grüße Daniela ❤

  3. Eine schöne Version der Martinslegende. Wir haben hier auch jedes Jahr das Fest mit einem Umzug und kleinem Wortgottesdienst gefeiert. Leider hat das Streben nach political correctness diesen Brauch beendet, da sich nichtchristliche Kinder und deren Eltern daran stoßen könnten.

  4. Sehr lieb geschrieben.
    An den kleinen Lord Grüße und großes Kompliment für die tolle Laterne.
    Liebe Grüße
    Wienlady

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