Bienvenue à Wissembourg

Herbstferien, Sonne, Lust auf Frankreich.

Mit diesem Gefühl sind meine Kinder und ich an diesem wunderbaren Herbsttag aufgewacht und da das schöne Frankreich von unserer Garage bis zur Grenze nur gute 50 Minuten entfernt ist, stiegen wir ins Auto und fuhren los.

Schon der Weg durch die Deutsche Toskana, wie die Pfalz gerne genannt wird, ließ die Herzen meiner Kinder und das meine einen ruhigeren und doch begeisterten Takt schlagen. Wunderschöne Herbstfarben zierten die Bäume und Weinberge und auf der ersten Anhöhe konnten wir einen traumhaften Blick bis in die französischen Vogesen genießen. Das schöne Wörtchen „Vogesen“ auf einem Straßenschild an der Grenze hat dann sein übriges getan. Wir passierten am deutschen Weintor, welches ich in einem anderen Bericht genauer vorstellen möchte, die Grenze und schon waren wir da, im schönen Wissembourg.

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Wissembourg

Wissembourg (dt.Weißenburg) im Norden Frankreichs, ist eine trotz vieler Kriege gut erhaltene Stadt mit mittelalterlichem Stadtkern. Dieser traumhafte Ort mit seinen verwunschenen Gassen, wunderschönen alten Fachwerkhäusern, der Abteikirche St.Peter und Paul, dem 1450 erbauten Salzhaus, einem ehemaligen Hospital, und dem schönen Rathaus, lädt geradezu dazu ein, sich in andere Zeiten zu träumen. Perfekt, um mit kleinen Kindern die Vergangenheit und Ihre Geschichte zu  erkunden.

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Die Benediktinerabtei

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Alles begann im 7.Jahrhundert mit der Gründung einer Benediktinerabtei, welche zuvor ein Kloster war. Weißenburg war von 1306 bis 1697 eine freie Reichsstadt  welche zum 1354 gegründeten Zehnstädtebund elsässischer Reichsstädte gehörte.  Dieser Dekapolis (franz. Décapole) unterlag dem Bündnis, sich gegenseitig bei der Verteidigung ihrer Rechte und Freiheiten zu unterstützen.

Ein kluger Plan, nicht wahr?! So waren die Städte augenscheinlich  den Angriffen von Außen gewappnet. Und doch, konnte dieses Bündnis trotz aller Vorkehrungen die Stadt nicht in dem Maß wie gedacht schützen.

Im Jahr 1440, begann der Bürger Eikhart Artzt die Geschichte seiner Heimat Weißenburg in einer Chronik festzuhalten. Wenn dieser damals gewusst hätte, welchen Dienst er der Stadt über Jahrhunderte leistet.

Die Geschichte um Wissenbourg – Spannung pur

20171009_145503(0)In den folgenden Jahrhunderten spielten sich aufregende Geschichten rund um Wissembourg ab.

Eine tragische Geschichte zwischen 1480 und 1503 beschäftigte ganz Wissembourg, den Kurfürsten von der Pfalz, Philip den Aufrichtigen, den römisch-deutschen König und späteren Kaiser Maximilian I und sogar die damaligen Päpste Innozenz VIII und  Alexander VI. Denn diese endete mit der Überflutung von Wissembourg und verursachte katastrophale wirtschaftliche Schäden.

Auslöser war ein Streit zwischen Hans von Throta, dem Burgherren des nahen Bergwartstein, und dem Kloster von Wissembourg. Dieser Burgherr staute in Folge der Auseinandersetzung  das ganze Wasser der Lauder an, um daraufhin den entstandenen Stausee ohne Vorwarnung über die Stadt zu ergießen. Kaum vorstellbar, was damals in den armen Bürgern vorgegangen sein musste.

Von einem Feind, der sich in diesem Maße rächt, ließ sich die Stadt jedoch nicht in die Knie zwingen und so erholte sich Wissembourg in den nächsten Jahrzehnten. Zumal es sich dieser Burgherr mit dem Borgia Papst in Italien  verscherzte und somit andere Sorgen hatte.

Dunkle Zeiten bringen düstere Kriege

Doch dies blieb nicht lange so. Die folgenden Jahrhunderte waren immer wieder aufs Neue von dunklen Zeiten geprägt.

Ein Bauernaufstand, der dreissigjährige Krieg und der Durchmarsch verschiedener Armeen prägen die Stadt bis ins Jahr 1945.

Nach den Bauernkriegen (1525) bekennt sich Wissembourg zur Reformation (1534), welche durch Heinrich Motherer  und Martin Brucer eingeführt wurde, und erlebt  im 16. Jahrhundert bis zum dreissigjährigen Krieg einen gewissen Wohlstand, welcher sich vor allem auf dem Handel mit Weingütern, Kastanien und Leinen  aufbaut.

 

 

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Aber dies sollte nicht lange so bleiben, denn die im Jahre 1525 von der Kurpfalz und Kurtrier unterworfene Reichsstadt wurde im Zuge des westfälischen Friedens 1648  von Frankreich gewaltsam in seinen Besitz eingenommen und gehörte damit ab 1680 gemeinsam mit dem Elsass zu Frankreich.

Die Strategie der verbrannten Erde

Doch der tiefste Schlag sollte noch folgen. Im Jahr 1677 wurde dreiviertel der Stadt auf Befehl von Ludwig des XIV. , bekannt als der Sonnenkönig, zerstört. Das Rathaus, die Mühlen und 70 Wohnhäuser fielen den Flammen zum Opfer. Ein herber Schlag für die freie Reichsstadt.

Erst im Jahr 1741 hat der damalige Bürgermeister J.P.H. Mulberger nach Plänen von Joseph Massol ein neues Rathaus in Auftrag gegeben, das bis heute steht.

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In den folgenden Jahrhunderten wechselte die Stadt regelmäßig in der Folge von Kriegen die Zugehörigkeit der Länder Deutschland und Frankreich.

Mit einem Sieg der preussischen Truppen im Jahr 1870 gehörte die schöne mittelalterliche Stadt zu Deutschland. Seit 1945 gehört sie nun  endgültig zum Elsass und somit zu Frankreich.

Wissembourg  in der Gegenwart

Noch heute hat man beim Durchschreiten der Altstadt das Gefühl, ein Teil der Vergangenheit zu sein und dies war gewiss nicht unser letzter Besuch dieser wunderschönen Stadt.

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Au revoir Wissembourg  ♥♥♥  Wir kommen bald wieder

 

 

 

4 Kommentare zu „Bienvenue à Wissembourg

  1. Liebe Daniela, ein spannender Artikel und wunderschöne Bilder. Man bekommt Lust diese Stadt selbst zu erkunden und dort zu verweilen.
    Ich warte schon gespannt auf weitere Artikel
    Alles Liebe
    Elisabeth

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    1. Liebe Elisabeth, danke für Dein liebes Feedback. Wissembourg ist wirklich dafür gemacht, längere Aufenthalte dort einzuplanen.
      Liebe Grüße Daniela

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  2. Liebe Daniela, ein wunderbarer Bericht über Wissembourg. Deine Begeisterung ist gut nachvollziehbar, kenne ich doch dies kleine Städtchen von einigen Besuchen.
    Im übrigen gefällt mir Dein Blog sehr gut, und ich freue mich bereits auf kommende Berichte und Reportagen. Weiterhin viel Freude.
    Herzliche Grüße
    Wienlady

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    1. Liebe Wienlady,
      danke für Dein liebes Kompliment. Ich schätze Deine Meinung sehr! Es freut mich auch, dass ich Deine Neugierde auf die kommenden Beiträge geweckt habe und freue mich Dir und den anderen Lesern in Zukunft viel über unsere schöne Heimat und Südwestdeutschland zu berichten.
      Liebste Grüße M. Daniela

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